Archive for August, 2008

snirgel studiert: (N)Onliner-Atlas und Gewalt in Medien

Endlich haben wir es schriftlich und schwarz auf weiß: Gewalt in Medien, speziell in Computerspielen und Horrorfilmen macht auch im realen Leben aggresiv. Da sich Kinder schon sehr früh mit aggresiven virtuellen Situationen auseinandersetzen werden sie regelrecht darauf konditioniert, auch in realen Konfliktsituationen gewalttätig zu handeln. Diese Erkenntnis verdanken wir der Uni Tübingen, die diese Woche den zweiten Teil der Studie

Gewalt in Medien und jugendliche Gewaltbereitschaft

herausbrachte. Damit wurde widerlegt, dass virtuelle Gewalt- und Aggressionssituationen die der realen Welt kompensieren.

Es war damit zu rechnen, dass nun ein Aufschrei durch die Nation geht und die ewige Wir-müssen-alle-Computerspiele-verbieten-und-uns-vom-Staat-vor-uns-selbst-schützen-lassen-Diskussion neu entfacht wird. Doch dem ist diesmal nicht ganz so. Diesmal geraten auch die Eltern und das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen unter Verdacht, nicht ganz unschuldig an der Gewaltbereitschaft ihres Nachwuches zu sein.

Womit wir auch schon beim Thema der zweiten Studie, der (N)Onliner-Atlas, sind. Diese von Microsoft in Auftrag gegebene Studie zur Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets hat zwar nicht direkt was mit Gewalt in Medien zu tun, zeigt aber auch ziemlich deutlich, dass viele Eltern einfach nicht wissen, was ihre Kinder den ganzen Tag so treiben. So kontrollieren nur 60% der befragten Eltern was ihr Kind vor dem Computer und im Internet eigentlich macht. Und sogar nur 33% geben zeitliche Regeln vor, wie lange ihr Kind vorm Rechner hängen darf. Damit wird wohl ziemlich deutlich, dass Kinder mit dargebotenen Inhalten schlichtweg alleine gelassen werden und das wirkt auf mich fast grob fahrlässig.

Dank den Diskussionen um diese beiden Studien scheinen mir endlich einige Bretter gesprengt und der Blick auf die Wirkung von Medien an Objektivität gewonnen zu haben. Wenn ein Kind ein stabiles soziales Umfeld hat und Eltern, die sich dafür interessieren was es tut und dazu noch in der Lage sind, klare Regeln zum Medienkonsum aufstellen, wird es auch in realen Konfliktsituationen vermutlich nicht direkt eine Knarre ziehen oder zuschlagen. Zudem kann es auf diese Art und Weise auch gleichzeitig vor Belästigungen und Gewalt von aussen geschützt werden, denn der Onkel Pädophil hat direkt weniger Chancen an mein Kind heranzukommen, wenn ich auch in der virtuellen Welt auf es aufpassen.

Natürlich ist diese Meinung sehr schwarz-weiss-malerisch, aber ich denke diese Sicht der Dinge bietet immernoch einen besseren Ansatz, als darauf zu warten, dass eine höhere Macht kommt und die Dinge in die Hand nimmt.

Auswahl Artikel zur Tübingen-Studie:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/virtuelle-aggression-bewirkt-reale/
http://www.konsumo.de/news/2442-Studie:-Killerspiele-sind-nicht-generell-sch%C3%A4dlich

(N)Onliner:
http://www.initiatived21.de/News-Detailansicht.181.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=1775&tx_ttnews[backPid]=132cHash=f50553ccae

snirgel rockt zu Johannes Kreidlers..

…”Song”, der, wie schon erwähnt, 70200 andere Musikstücke beinhaltet. Hier hab ich nun auch den Link zum Download gefunden:

Johannes Kreidler – product placements

Zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel in jedem Fall :)

snirgel lacht über studivz…

…und bedankt sich dafür bei boerseVZ. Danke, dass jemand dieser Albernheit von studiVZ entgegentritt und endlich ein paar Steuergelder für die wirklich wichtigen Dinge mißbraucht. Endlich ist studivz an den richtigen geraten, der Zeit und Muse hat sich diesem dämlichen Streit um das VZ zu widmen.

Hier die aktuellsten Infos bzgl. des Streits: studivz Abmahnung

snirgel gratuliert…

….Johannes Kreidler zu seiner Aktion: Ich packe 70200 andere Musikstücke in ein 33 Sekunden Sample und melde es dann alles bei der Gema an. Fantastische Aktion gegen das bestehende Urheberrecht. Er plant am 12.9.08 mit einem LKW bei der GEMA vorzufahren und die 70200 Antrags-Formulare abzugeben. Ich bin begeistert. Hier das Video:

Und hier noch der Artikel bei Nerdcore: Johannes Kreidlers Song aus 70200 Samples, den er bei der GEMA anmelden will

snirgel wundert sich…

…über den großen Aufschrei der gerade bezüglich der “Datendealer” durch die Nation geht. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Das Internet war mal wieder böse. Da war doch tatsächlich jemand so dreist und hat millionen Adress- und Kontodaten ohne das Mitwissen der Eigentümer für billig Geld weiterverkauft. Das virtuelle Datenschutzbüro spricht sogar von einer Eskalation des illegalen Datenhandels *palimpalim*.

In diese Sache möchte ich allerdings gerne auch hier auf das Henne-Ei-Problem hinweisen, denn wer ist jetzt als erstes Schuld: Diejenigen, die die Daten schön brav ins Netz gestellt haben oder diejenigen, die sie dann für ihre Zwecke missbraucht haben? Ha, ich weiss es: Der Staat, denn er hat für kein ausreichendes Gesetz gesorgt, welches uns vor unserer eigenen Dummheit beschützt. Aber nun ja, dass wird sich ja dann sicherlich bald ändern, dem Internet-Gott sei dank.

Anmerkung der Verfasserin: Es sei an dieser Stelle klargestellt, dass ich auf gar keinen Fall die Weitergabe privater Daten toll finde, allerdings finde ich auch, dass wir noch weit entfernt sind von einer Internet-kompetenten Nation (von Medienkompetenz wollen wir gar nicht erst anfangen).

snirgel motzt…

…über den musicload Support für ihre vollkommen unzureichende Antwort auf die Frage: Warum kann ich bei Ihnen nur mit Windows und Internet Explorer Songs herungerladen? *

…über den verpassten Tatort-Anfang.

*man sagte mir, dass ich die IE-Erweiterung des Firefox benutzen könnte, was mit Linux schwer werden könnte.

snirgel sagt danke..

…an Sebastian Küpers für seinen deutschen, wenn auch inzwischen schon 2 Jahre alten Artikel über microID.

…an den 7digital Support für die freundliche Beantwortung zu meinen Nachfragen bezüglich: Warum kann ich bei Ihnen nur über den Flash-Client, der für Windows vorgesehen ist, komplette mp3-Alben herunterladen? *

…für den großen Spass, den sie beim Anfertigen von goAnimate – Comics hat.

…an die Finsterbergencrew für das Wochendende.

* Nachdem man mich über das DRM der Downloads aufgeklärt hatte sagte man mir dass spätestens Anfang dieser Woche ein Link für komplette Alben als .zip zur Verfügung gestellt wird. Bin gespannt…

Real World Terror I

Am Sonntag wurde vom israelischen Kabinett einem Gesetzentwurf zur Einrichtung einer Datenbank mit biometrischen Daten ALLER Bürger verabschiedet. Die Begründung dafür:

  • Fälschungsicherheit gewährleisten
  • Vorbeugung illegaler Immigrationen
  • Vorbeugung von kriminellen Vergehen, die die Staatsicherheit gefährden

Biometrische Datenbanken sind unter anderem auch im Kuwait, Jemen und Pakistan. In diesen Ländern wundert einen das vielleicht noch nicht einmal sonderlich. Und jeder wird sich denken: Bei uns wird das schon nicht passieren. Da gebe ich allerdings zu bedenken, dass auch hier wieder DAS Argument die nationale Sicherheit ist. Und dieses hat bisher auch bei UNS immer gezogen….

Nach einem Heise – Bericht von letztem Dezember planen allerdings auch die USA die weltweit größte biometrische Datenbank. Nicht zu vergessen in diesem Zusammenhang ist, dass auch in England schon seit Jahren Gendaten gesammelt werden. Aber: Alles für den Schutz der Bevölkerung natürlich.

Und da wir Deutschen ja immer ungern hinten anstehen kann es wohl auch hier nicht mehr lange dauern, bis unser guter Herr Schäuble mehr Gewicht in die Diskussion legt…

Hier dann wohl: Schöne neue Welt.

Mehr Infos zum Thema: heise I, heise II, datenschutz.de,

Der Stand der Dinge in Deutschland dazu: Vorratsdatenspeicherung

Linuxmagazin für Pressefreiheit

Auch das Linuxmagazin hat eine Möglichkeit zur Umgehung der Internetzensur in China vorgestellt. Dabei wird auf eine Open – Source – Software zurückgegriffen: openVPN

Aber eine Möglichkeit, die sowohl für Windows, Linux und den Mac zur Verfügung steht, lässt sich vielseitig einsetzen und ist von Chinas Machthabern nur schwer unter Kontrolle bringen: Openvpn. Weil die freie, kostenlose GPL-Software Mechanismen verwendet, die für viele Unternehmen in China überlebenswichtig sind, dürfte es dem Land schwer fallen, hier einen Hebel vorzuschieben. Der Benutzer verwendet seinen eigenen Server, braucht diesen nicht mit anderen Usern zu teilen und ist vollständig auf der sicheren Seite.

Eine detaillierte Erklärung über die Funktionsweise findet Ihr beim Linux – Magazin Online

Virtual World Terror I

Dass das Internet und vor allem virtuelle Welten böse sind ist ja seit den Abgründen, die sich mit Second Life und den Pornografie – Vorwürfen aufgetan haben kein Geheimnis mehr. Als einer der größten Mißbrauchfaktoren gilt dabei die Anonymität, die ein jeder Nutzer von virtuellen Welten genießt. Jeder kann unter einer frei erfundenen Identität tun und lassen was er will und damit auch seinen kriminelle Energien freien lauf lassen.

Diese Tatsache nutzen wohl, nach neuesten Erkenntnissen des EU-Koordinator Gilles de Kerchove für Terrorismusbekämpfung, auch Taliban und Co und zwar in Form von Geldwäsche. So bieten die elektronische Zahlungsmethoden eine gute Möglichkeit anonym und völlig unbeobachtet Geldtransaktionen zwischen virtueller und realer Welt zu vollziehen.

Dies bietet den Behörden, wie schon so häufig einen guten Vorwand geschützte und sensible Daten “zur Terrorbekämpfung” einzusehen und zu überprüfen. Sprich: Wie auch schon bei so mancher Anti-Terror-Maßnahme wird es also auch hier in Zukunft dem gemeinen User, Surfer und PC – Besitzer an seine Daten gehen, vielmehr an sein gemütliches anonymes Leben.

Wie heißt es doch so schön: Schöne neue Internetwelt.

Den Artikel der Frankfurter Rundschau dazu findet Ihr hier.