OpenID - Es ist im Internet drin

Da wir jetzt wissen, was der Unterschied zwischen einem OpenID-Provider und einem OpenID-Client (Relaying-Party) ist und was man mit einer OpenID so alles anstellen kann, wird es an der Zeit, ein paar Services vorzustellen und etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

OpenID-Provider: Hier bekommst du eine OpenID

xlogon (deutsch). OpenID: http://xlogon.net/BENUTZERNAME
xlogon wirkt sehr übersichtlich und aufgeräumt und scheint zu wissen, was es ist: ein OpenID-Provider. Nicht mehr und auf keinen Fall weniger. Ein leicht zu verstehendes und übersichtliches User-Interface navigiert den Nutzer durch die Thematik. Direkt nach dem Login bekommt man einen Überblick und eine kurze, gute Erklärung über den Funktionsumfang. Neben sReg für eine einfachere Registrierung und der Möglichkeit zum Anlegen dazugehöriger Personas bietet xlogon einen Phishing-Schutz, der vor einem Mißbrauch von OpenIDs schützen soll. Daumen hoch von mir für xlogon.

Communipedia (deutsch, englisch). OpenID: http://BENUTZERNAME.yiid.net
Communipedia bietet mit seiner OpenID, der sogenannten yiid (your internet identity) eine stabile und für den User einigermaßen übersichtliche Provider-Implementierung.
Unterstützungen von OpenID-Erweiterungen wie sReg fehlen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass Communipedia sich noch in der Closed-Beta-Phase befindet. Nach Aussagen der Entwickler werden diese Funktionalitäten, ebenso wie die Möglichkeit zum Anlegen verschiedener Personas, in den nächsten Wochen/Monaten in Angriff genommen und damit so schnell wie möglich nachgereicht. Wer einen Invite-Code möchte, um die Fortschritte bei Communpedia zu verfolgen oder sich seine yiid sichern möchte, kann diesen bei mir anfragen.

meinguter.name (deutsch). OpenID: https://BENUTZERNAME.meinguter.name
Nicht ganz so übersichtlich und fokusiert wie xlogon präsentiert sich meinguter.name. Mit seiner ‘Ego-Surfing’-Funktionalität, die im Netz nach Informationen zur eigenen Person zu suchen scheint, bietet die Plattform zwar eine nettes Gimmick an, doch leider erfährt man innerhalb der Seite wenig über OpenID und wozu es gut ist, was mir derzeit aber noch unerläßlich scheint. meinguter.name hat zwar eine sReg-Erweiterung implementiert, leider kann man aber auch hier nur eine Persona angeben. Da auch bei meinguter.name noch ein Beta-Stempel zu sehen ist, ist allerdings zu erwarten, dass an weiteren Provider-Funktionen noch gearbeitet wird. Warten wirs also ab.

myopenid (englisch). OpenID: http://BENUTZERNAME.myopenid.com
Innovativ, stabil, gut. Eigentlich gibt es über myopenid nicht mehr zu sagen. myopenid ist ein OpenID-Provider, der wirklich alles bietet, was man sich von einem Provider wünscht. Zudem zeigt myopenid sehr viel Kreativität und Entwicklungsarbeit in Sachen Funktionsumfang für OpenID, was wohl allerdings auch daran liegt, dass hinter myopenid die JanRain Inc. steckt, die man wohl als Vorreiter in Sachen OpenID bezeichnen kann. Für den Otto-Normal-User ist myopenid fast schon etwas zu umfangreich und man könnte gegebenenfalls manchmal etwas überfordert werden in Usability und ‘Wofür ist jetzt eigentlich dieser Menupunkt’. Damit ist die Seite also wohl eher etwas für Fortgeschrittene. Hinzukommt, das die Unterseiten bisher nur teilweise ins Deutsche übersetzt sind, was das Verständnis mit eher rudimentäreren Englisch-Kenntnissen nicht unbedingt einfacher macht.

myvidoop (englisch). OpenID: http://BENUTZERNAME.myvidoop.com/
Sicherheit und Schutz vor Mißbrauch ist bei myvidoop anscheinend sehr groß geschrieben, was einen auf der einen Seite zwar freut, andererseits mit der Zeit aber auch anfängt zu nerven. Möchte man sich bei myvidoop oder mit der myvidoop-OpenID anmelden, so muss man zunächst über einen Freischaltungscode, den man per Email bekommt, den Browser/PC bestätigen. Damit aber nicht genug, nachdem man den Freischaltungscode eingegeben hat wird man gebeten, statt eines Passworts eine Bilderkombination wiederzuerkennen, die man bei der myvidoop-Registrierung ausgewählt hat. Dieser Prozess bietet natürlich einen größeren Schutz vor Mißbrauch, als bei herkömmlichen Providern, doch wie gesagt, mich nervt es ein wenig und damit wird myvidoop vermutlich nicht mein bevorzugter OpenID-Provider. Vom Funktionsumfang her bietet die Seite zwar sReg-Unterstützung an, leider aber nicht die Auswahl von Personas. Insgesamt finde ich die Plattform Usability-Technisch grenzwertig.

Ausgewählte OpenID-Clients: Einloggen/Registrieren mit OpenID

  • Sixgroups (deutsch): Community-Lösungen für jedermann, insbesondere eine Community-Applikation für jede Website.
  • Mixxt (deutsch): Online-Baukasten für Social Networks
  • Communipedia (deutsch, englisch): Community-Verzeichnis/-Suche. Portables Netzwerk. Noch Closed Beta.
  • Magnolia (englisch): Bookmark-Service
  • Plaxo (englisch): Portables Netzwerk

Artikel/Seiten über OpenID

  • t3n magazin (deutsch): Artikel über die Vor- und Nachteile von OpenID
  • spreadopenid (englisch): Webblog über OpenID von Carsten Pötter und Thomas Huhn
  • openwebpodcast (deutsch): Folge über OpenID-Eine Einführung
  • openid.net (englisch): Seite der offiziellen OpenID-Foundation.

Ich hoffe, hiermit konnte ich Euch eine kleine Übersicht über OpenID-Provider und OpenID-Clients geben. Natürlich sind die beiden Listen längst nicht vollständig, sollten aber ausreichen, OpenID einmal auszuprobieren.
Selbstverständlich seid ihr alle herzlich eingeladen, die Liste innerhalb der Kommentare zu erweitern. Je mehr wir sammeln, desto besser….

Beim nächten Mal werde ich ein Fazit und einen Ausblick in die Zukunft von OpenID geben.

Tags: , , ,

2 Responses to “OpenID - Es ist im Internet drin”

  1. Vielen Dank für die Erwähnung im Artikel. :)
    Noch eine kleine Anmerkung zu myVidoop: Personas sind dort auch möglich. Einfach auf dem ersten erstellten Profil auf “Add New Profile” klicken. Den von Dir erwähnten Freischaltcode benötigt man aber nur bei der erstmaligen Anmeldung bei myVidoop, oder? Ich kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern.

    Grundsätzlich ist myVidoop aber ein schönes Beispiel für OpenID und die Möglichkeit, den Provider zu wählen, der den eigenen (Sicherheits-)Bedürfnissen am besten entspricht.

  2. snirgel says:

    Hallo Carsten.
    Danke auch für Dein Feedback :). Da habe ich wohl bei myvidoop die Personas übersehen, allerdings wäre das widerum eine Bestätigung dafür, dass die Usability nicht ganz so doll ist bei myvidoop.
    Den Freischaltcode muss man immer dann bestätigen, wenn man von einem neuen Ort oder mit einem neuen Browser daherkommt. Allerdings kann man eine Einstellung machen: ‘Das ist mein Browser/PC zu Hause…auf Arbeit..etc…’. Übersieht man dies (so wie ich die ersten paar mal), dann bekommt man jedesmal wieder eine Email.
    Vom Grundprinzip finde ich die Sicherheitsmaßnahmen von myvidoop auch sehr gut, allerdings nicht besonders praktisch und sie heben meiner Ansicht nach damit die Vorteile eines OpenID-Login wieder auf.

Leave a Reply

« Back to text comment