Archive for the ‘standard’ Category

Willkommen in der wirklichen Welt!

Tuesday, October 27th, 2009

Nein, es gab nicht nur schlechte Nachrichten was OpenID betrifft in meiner Blog-Abstinenz. Auch wenn sich die Implementierungen in Grenzen halten ist der Begriff OpenID doch wenigstens etwas populärer geworden.

Sogar Facebook, das eigentlich eher für die Entwicklung proprietärer Lösungen bekannt ist, ist mit viel Tamtam und Getöse der OpenId Foundation beigetreten und hat seine Zusammenarbeit und Unterstützung zugesichert. Zudem ging ein Raunen durch die Netzwelt, als es auf einmal hieß: Facebook implementiert die openID - Relaying Party (Artikel leider auf Englisch, sorry). Denn wenn die Netzriesen wie Facebook, Google und Co. nicht nur ihre Unterstützung zusagen, sondern auch Taten folgen lassen, ist das für jede Technologie ein großer Schritt und kann eine Menge in Gang setzen, da dann plötzlich nicht mehr nur die sowieso schon Interessierten auf etwas aufmerksam werden, sonder auch der Rest der Welt.

Die Freude darüber wurde allerdings schnell wieder gebremst, denn auch hier hat Facebook es wieder geschafft, eine proprietäre Lösung bei der Implementierung der Relaying-Party auf die Beine zu stellen, die eigentlich jeden Gedanken über diese Technologie irgendwie ad absurdum stellt (so zumindest meine persönliche und bescheidene Meinung). Facebook merkt sich nämlich den Provider über ein Browser-Cookie und immer wenn ich mit einem anderen Browser daher komme muss ich mich auf herkömmlichem Weg anmelden, meine openID hinzufügen, um das Cookie zu erhalten und dann funktioniert das Ganze wieder. Richtig, das war irgendwie nicht das was ich wollte, oder?

Da ich nach den Testberichten von den Herren Pfefferle und Pötter den Facebook-Login mit openID gar nicht erst ausprobiert habe, wollte ich dem Ganzen eben eine zweite Chance geben und einfach mal ausprobieren, ob sich etwas entwickelt und vllt. verbessert hat, ist ja jetzt auch alles schon ne Weile her. Leider bin ich schon direkt an der Usability gescheitert und finde einfach nicht die Stelle, wo ich die openID meinem Account hinzufügen kann. Vielleicht weiss ja einer von Euch da draussen, wie derweil der Stand der Dinge ist und möchte seine Erfahrungen in den Kommentaren mit mir Teilen (oder mir auch zumindest verraten, wie und vor allem wo in Facebook ich es selbst testen kann).

Wat macht eigentlich nochmal….openID?

Sunday, October 18th, 2009

Klar, ich habe lange nichts geschrieben und man könnte den Eindruck bekommen, dass ich damit vllt. auch ein wenig die Kompetenz verloren habe, mir ein Urteil über die Details zum Thema openID zu bilden. Doch eigentlich halte ich es gerade für gut, mit ein wenig Abstand noch einmal auf die Dinge zu blicken, da dadurch die Sicht der Dinge meistens wieder etwas an Objektivität gewinnt. Und diese Sicht der Dinge will ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Was ist also aus der guten alten openID im letzten halben Jahr geworden?
Mein erste stille Antwort dazu war für einen kurzen Moment: “Nichts ist draus geworden”. Doch dies stimmt natürlich nicht ganz. OpenID hat in der letzten Zeit einiges an Bekanntheitsgrad hinzugewonnen und man wird nicht mehr ununterbrochen wie ein Bewohner eines fremden Planeten angeschaut, wenn man davon spricht oder schreibt. Dank Aktionen wie dem Beitritt des US-Governments und Webriesen wie Facebook (dazu folgt noch ein etwas ausführlicherer Artikel) in der openID-Foundation hat der Bekanntheitsgrad, der -meiner Meinung nach- immernoch großartigen Technologie in einige Köpfe mehr geschafft. Und langsam aber sicher scheint sich das Single-Sign-On-System -zumindest in der Theorie- durchzusetzen.

Soweit die Theorie, aber was ist mit der Praxis?
Und auf diese Frage passt auch meine Antwort wieder: “Nichts ist draus geworden”. Denn mal Hand aufs Herz, wie oft im Otto-Normal Webleben begegnet uns das Single-Sign-On-System tatsächlich? Richtig, so gut wie nie. Auf meiner täglichen Webreise, die aus dem Absurfen von einigen Email-Konten und Sozialen Netzwerken besteht kommt es so gut wie nie vor, dass ich die Möglichkeit bekomme, mich ohne Passwort und mit einem Klick irgendwo einzuloggen und grad schon gar nicht mit einer frei wählbaren openID, sondern allenfalls mal mit fest vorgegebenen Möglichkeiten via Facebook oder Twitter. Und es ist nicht wirklich so, als wäre ich ständig auf irgendwelchen Nischen-Platformen unterwegs, sondern auch ich bin vom Grundprinzip her nur ein 0815-Webuser.
Sicherlich melde ich mich - berufsbedingt- warscheinlich im Schnitt bei mehr neuen Services an, als so manch Anderer, was aber nicht unbedingt zu einem positiveren Meinungsbild führt. Ich kann mich nicht an eine einzige Platform in den letzten Monaten erinnern, wo ich mich neu angemeldet habe und ich nicht gezwungen war, Benutzerdaten auszufüllen und ein Passwort zu vergeben.

Und die Dichter und Denker?
Vor allem und gerade bei deutschen Services scheint bisher die Thematik und damit verbundene Technologie mal sowas von nicht angekommen zu sein. Die Ignoranz der deutschen Unternehmen gegenüber webtechnischen Neuerungen scheint mir ungebrochen und da können Xing und Co. dreimal opensocial einbinden, einen Vorreiter-Status in Sachen offenes Web erreichen sie dadurch noch lange nicht. Neue Technologien werden einfach nicht voran getrieben oder gar mitentwickelt. Schön brav abwarten was aus dem Valley kommt und dann vllt. mal nachmachen lautet immernoch die Devise. So gut wie jedem deutschen Internetunternehmen scheint jegliche Weitsicht und Vision komplett abzugehen. Es wird nicht riskiert und nicht investiert und das Land der Dichter und Denker verharrt -webtechnisch betrachtet- in einem Stillstand, der schon fast erschreckend ist.
So muss man sich beispielsweise mal reinziehen, dass ich mich TÄGLICH auf VIER Email-Konten des größten deutschen Internetanbieters mit VIER verschiedenen Passwörtern anmelde. Da bringt es mir rein gar nichts, dass mir jetzt auch das Facebookkonto eines Absenders vorgeschlagen wird.

Ok…genug..bevor ich mich weiter in Extase schreibe. Ich denke ich habe auch so deutlich machen können, was ich meine.

Sorry, dass bei meiner heutigen Bilanz relativ viel Pessimismus mitschwingt, aber ich glaub es musst mal raus, damit ich mir nicht ganz so doof vorkomme, wenn ich diesen Blog wieder zum Leben erwecke und über Dinge schreibe, die sowieso keinen Interessieren :).

Vielleicht seht Ihr das ja alles komplett anders und natürlich freue ich mich über zahlreiche Meinungen, Meinungen, Meinungen…..

o..o..o….oAuth

Sunday, March 22nd, 2009

Also dann wohl oAuth. Eigentlich hatte ich gehofft, das Thema ein wenig vor mir herschieben zu können, da mit ma.gnolia alle meine Links zum Thema dahin gegangen sind. Aber dem gigantischen Feedback bezüglich meines letzten Posts kann ich mich wohl nicht erwähren und sammle einfach nochmal neu :) (diesmal dann aber mit delicious)

Wie wir gelernt haben, konnte -dank OpenID- eine Problematik der Webwelt bezüglich der Nutzung von Webservices gelöst werden: Das ständige Nutzername, Passwort und Registrierungswirrwarr und offen gesagt auch Generve. Ständig musst man sich ein neues Passwort merken und immer wieder die gleichen Nutzerdaten eintippen. OpenID sei dank hat das Passwortgeraffel nun ein Ende und, wir erinnern uns, dank der Erweiterungen sReg und Attribute Exchange, das ständige Eingetippe der Profildaten auch.

Während diese Problemstellung gelöst scheint, ist nun aber natürlich schon die nächste in Sicht: Der sichere Austausch von Daten zwischen zwei Services, denn hierfür bietet OpenID keine Lösung, ausser eben bis auf die wenigen Nutzerdaten, die durch sReg und AX mitgesendet werden können.

Prinzipiell ist es ja so, dass man schon viele Dinge irgendwo im Internet gespeichert hat: Flickr hat meine Bilder, LastFM weiss Bescheid über meinen Musikgeschmack und bei Delicious liegen meine Bookmarks. Möchte ich diese Daten nun aber an anderes Stelle benutzen, war bisher der einzige Weg: alles nochmal neu eingeben oder hochladen.
Wenn ich nun meine Urlaubsbilder, die ja eigentlich schon schön vorsortiert bei Flickr liegen, gerne bei einem Online-Photo-Service entwickeln lassen will, dann muss ich wohl oder übel nochmal alles sortieren und hochladen, damit ich sie auch in analog 1.0 - Form in Händen halten kann.

Wo ist denn da das Problem? Soll doch Flickr einfach die Bilder an den Müllen-Photo-Service schicken und fertig. Gute Idee! Aber woher weiß Flickr es dem Photoservice vertrauen kann, der Sevice die Photos von der snirgel schicken will und vor allem: Woher weiß Flickr, dass es auch die snirgel ist, die die Photos woanders braucht und nicht irgendjemand sonst? Die Antwort auf diese Frage lautet -natürlich-: oAuth! Denn oAuth ist ein standartisiertes Protokoll, was eine sichere und relativ einfache Authentifizierung zwischen Internetschnittstellen (APIs) ermöglicht. Das bedeutet, man hat einen Weg gefunden, wie zwei Server wissen können, das Daten von einem bestimmten User ausgetauscht werden sollen.

Im Detail sieht das ganze wie folgt aus:
Die snirgel (der User) hat ihre Bilder (protected resources) nun also bei Flickr (service provider) hochgeladen und möchte diese bei einem Photoservice (Consumer), den wir zur Einfachheit mal Photoblitz nennen, entwickeln lassen. Nun hat sie sich bei Photoblitz eingeloggt und möchte loslegen. Photoblitz, als oAuth-Consumer bietet ihr nun an, Photos von diversen Plattformen, u.a. auch Flickr, mittels Auswahlbox zu importieren. Sie klickt den Bilder-importeiren-Button bei Photoblitz und wählt Flickr aus. -Damit snirgel Flickr überhaupt auswählen kann, musste der Entwickler von Photoblitz bereits bei der Implementierung bei Flickr einen sogenannten Consumer Key und ein Consumer Secret beantragen. Dies ist notwendig, damit Flickr später weiß, dass es Photoblitz vertrauen kann-. Nach der Auswahl klickt snirgel noch den Weiter-Knopf und los gehts:

Photoblitz beantragt bei Flickr nun im Hintergrund einen Request-Token, dass ist eine Art Passierschein für den Consumer (also Photoblitz) und hat erstmal nichts mit dem User selbst zu tun, während snirgel darauf wartet, das es weiter geht.
Hat Photoblitz den Passierschien von Flickr bekommen, wird snirgel auf eine oAuth-Authorisierungsseite von Flickr weitergeleitet. Hier kann sie sich nun einloggen, womit Flickr dann gleichzeitig weiß, dass es sich um einen Zugriff auf die Bilder von User snirgel handelt (Die Eingabe von Passwort und Username laufen natürlich nur bei Flickr ab und Photoblitz bekommt davon nichts mit).
Um nun wirklich sicher zu gehen, dass snirgel auch damit einverstanden ist, dass Photoblitz die Bilder bekommen soll, muss sie bei Flickr nochmal extra den Zugriff auf die Bilder erlauben. Zudem kann sie an dieser Stelle noch ein einstellen, wie oft und wie lange Photoblitz auf die Flickr-Bilder zugreifen darf.

Nachdem snirgel nun alles bestätigt hat, merkt sich Flickr, dass und wielange/wieoft Photoblitz auf die Bilder zugreifen darf und schickt snirgel zurück zu Photoblitz. Nebenbei schickt Flickr noch einen Requesttoken(einen weiteren Passierschein) zu Photoblitz mit zurück. Dadurch weiss Photoblitz dass es jetzt anfangen kann, die Bilder zu importieren. Das heißt, die ersten Schritte waren zunächt nur dazu da, alle Berechtigungen zwischen den beiden Servern unter Einbeziehung des Users zu regeln.
Erst jetzt beginnt der eigentlicht Datenaustausch: Photoblitz schickt den erhaltenen Passierschein zu Flickr und tauscht diesen gegen einen Accesstoken um. Dies ist jetzt nur noch eine Art Empfangsberechtigungsschein, der jetzt nur noch den Datenaustausch an sich regelt. Mit dieser Empfangsberechtigung kann nun Photoblitz für den von snirgel festgelegten Zeitraum auf die Bilder von Flickr zugreifen und sie importieren.

Klingt kompliziert, ist es prinzipiell auch. Allerdings nicht für den User, denn auch hier soll er natürlich so wenig wie möglich von der ganzen Angelegenheit mitbekommen. Er sich lediglich einloggen und den Zugriff bestätigen, was ja eigentlich nicht zuviel verlangt ist und der Aufwand, im Vergleich zum neuen Zusammensuchen und Hochladen, ja schon überschaubar ist.

Die Aufmerksamen unter euch könnten jetzt anmerken: Warum muss ich mich wieder erst noch bei Flickr mit Username und Passwort einloggen, wenn ich doch eine OpenID habe, die ich sowohl bei Photobox und Flickr hinterlegt habe. Berechtigter Einwand. Doch kann man sich denken, dass dies den Entwicklern beider Standards auch schon aufgefallen ist und hierfür gerade an einer Lösung gearbeitet ist. Kann sogar sein, dass es schon eine Lösung gibt. Darauf gehe ich dann in einer der nächsten Posts etwas näher ein.

Was ich zum Schluss nochmals erwähnen möchte, da es -glaub ich- oft noch mißverstanden wird und auch durch den Beginn dieses Posts mißverstanden werden kann: oAuth ist lediglich ein Protokoll zur Autorisierung und hat nichts mit den Daten zu tun, die dann letztendlich ausgetauscht werden. Was dann wie und in welcher Form zwischen den Servern hin und hergeschickt wird steht auf einem anderen Blatt. OAuth regelt lediglich sicher und zuverlässig die Zugriffsberechtigungen.

Welches Potential aber hinter einer solchen Lösung wie oAuth steckt, was man dadurch alles anstellen kann und welche Services es wofür benutzen, erzähl ich dann beim nächsten mal.

Quellen:
hueniverse - Beginner’s Guide to oAuth - Part I
hueniverse - Beginner’s Guide to oAuth - Part II
Wikipedia

PS: Da ich mir mit dem Thema noch etwas unsicher war/bin, freue ich mich sehr über Feedback und auch Richtigstellungen, sollte ich etwas falsch erklärt haben

Wer hat Angst vorm weissen Blatt?

Sunday, March 8th, 2009

Das war immer die Parole während meiner Diplomarbeit, wenn es darum ging, dass man vor einem weissen Blatt sitzt und einfach nicht zu Potte kommt. Dummerweise scheint mich dieses Schicksaal bezügliches dieses Blocks plötzlich ereilt zu haben.
Eigentlich gibt es tausend Themen, über die ich schreiben könnte und eigentlich auch wollte, aber jedesmal wenn ich denke: “Jetzt gehts los” scheint ein unsichtbares Wesen meinen Kopf einfach leer zu saugen.

Ursprünglich war es von mir so vorgesehen, dass ich die Sachen, die ich während meiner Reise durchs Internet so lerne, hier für alle verständlich niederschreibe. Und das war in der letzten Zeit wahrlich genug Dinge, die nicht nur einen Blog und seine Leser auslasten könnten. Vielleicht liegt auch darin das Problem: Information overflow?

Naja, vielleicht hilft es, einmal einen kleinen Überblick zu geben, was genau mich (und nicht zu vergessen auch meine Kollegen) in der letzten Zeit so beschäftigt hat. Gesetztes Ziel ist es dann in der nächsten Zeit etwas näher auf die Themen einzugehen. Natürlich könnt ihr auch gerne eure Favoriten in den Kommentaren hinterlassen, die werde ich dann natürlich vorziehen, ansonsten wird es wohl göttliche Eingebung werden, die das nächste Thema bestimmt.

Also gut, dann mal der erste Anfang mit der Liste der in Frage kommenden Themen:

1. Microformats: Sind ne prima Sache, mit denen man seinem HTML eine Semantik gibt. Das bedeutet, dass man einer Maschine, die das Markup ausliest (das nennt man dann einen Parser) eine Information über den Inhalt eines HTML-Elements mitgibt, der diesen dann entsprechend auswerten und weiterverarbeiten kann.
2. oAuth: oAuth ist ein offenes Protokoll (offener Standard), der bei einem Datenaustausch zwischen zwei Servern die Berechtigungen überprüft und damit auch regelt. Dies ist eine sehr nütliche Sache, wenn man beispielsweise seine Fotos, die man bei Flickr hochgeladen hat, direkt von einem Online-Foto-Service abholen lassen will, damit man sie nicht ein zweites mal hochladen muss).
3. Atom, RSS und Co (wobei das Co hier keine tiefere Bedeutung hat): Daten und Informationen über allerlei Themen auszutauschen und für möglichst viele Menschen und Services zugänglich zu machen und vor allem auch, möglichst wirksam zu verteilen, beschäftigt uns nicht erst seit Twitter. Welche Möglichkeiten es gibt verraten uns diese beiden Standards.
4. Facebook Connect, Open Social, Open Stack: Bussword die warscheinlich nicht nur mir häufig über den Weg laufen (grade eben sind sie wieder unter meinem Küchentisch durch, ohne Witz). Was verbirgt sich wohl dahinter?

Joa…und bevor ich mich noch weiter aus dem Fenster lehne mit den Dingen, die vor mir liegen könnten, reicht das doch erstmal an ToWrite-Liste, oder? Also dann…hoffentlich bald wieder mit mehr Informationsgehalt.

P.S.: Wäre schön, wenn mir einer sagen könnte, ob es nun weisses oder weißes Blatt heißt. Diese komische Reform (und zugegeben auch Instant Messanger) haben meine Kompetenz in Sachen Rechtschreibung quasi gegen Null gesenkt.