Archive for the ‘Uncategorized’ Category

OpenID – Es ist (nicht) in den Köpfen drin!

Bei der Recherche für die letzten Posts über OpenID bin ich immer wieder auf Diskussionen über die Problematik gestossen, wie man dem User nun letztendlich beibringen soll, sich eine bestimmte URL zur Anmeldung zu merken, nachdem er sich nun seit Anbeginn des Internetz mit einem frei gewähltem Benutzernamen oder einer Email-Adresse eingeloggt hat. Die Meinungen der OpenID interessierten Internetgemeinde spalten sich dabei im Großen und Ganzen in zwei Lager.

Da hätten wir auf der einen Seite Jene, die finden, dass man mit ausreichenden Marketing- und Aufklärungsmaßnahmen den Begriff OpenID und was dahinter steckt an die Frau bringen sollte. Dabei würde der User quasi so umerzogen, dass er nicht mehr in Email-Adressen, sondern in (Profil-)Urls denkt. Die Argumentationskette baut dabei darauf auf, dass, sobald der User erst einmal Verstanden hat, was eine OpenID ist und man ihm diesen Begriff nur oft genug auf die Nase bindet, er es auch toll finden und benutzen wird. Zugegeben, im ersten Moment war auch ich dieser Ansicht: Man muss es nur lange genug propagieren und erklären, dann werden die Leute schon kommen. Als damals die Emails erfunden wurden, waren die Leute auch nicht direkt hell auf begeistert und warscheinlich eher skeptisch. Zeit, Aufklärungsarbeit und Durchhaltevermögen werdens schon richten.

Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die finden, dass der User von OpenID und der Technik die dazu gehört generell überhaupt nichts mitbekommen sollte. Er benutzt also die OpenID-Implementierungen und weiß eigentlich davon gar nichts. Zurecht wird sich jetzt so manch einer fragen, wie dies möglich sein soll. Nun, prinzipiell ist die Antwort darauf nicht besonders schwierig. Man nehme einfach etwas, was der User sowieso schon kennt und dem er vertraut. Dies könnte beispielsweise ein Account einer Internetplatform oder vielleicht sogar wieder die altbekannte Email-Adresse sein, was bedeuten würde, dass sich für den User im ersten Moment nicht viel ändert und niemand von ihm verlangt plötzlich Sachen zu verstehen, die ihn bisher auch nicht interessiert haben: Nämlich wie etwas funktioniert.
Nun haben wir in der letzten Zeit bereits gelernt, dass der OpenID-Standart ja eigentlich auf im Internet einzigartigen URLs basiert, wieso und weshalb denn jetzt auf einmal wieder Account-Daten und Email-Adressen? Mit der OpenID 2.0 Spezifikation geändert und trägt den Namen Directed Identity.

Das ganze funktioniert prinzipiell genauso, wie ein ganz normaler OpenID-Login und die Großen mit Namen Google und Yahoo machens uns mal wieder vor. So bekommt man bei Directed Identity unterstützenden OpenID-Clients wie z.B. Plaxo -neben dem gewöhnlichen OpenID-Login- Links angeboten, die da lauten: ‘Sign in with Yahoo! Id’ oder ‘Sign In with a Google Account’. Klickt man nun diese, so wird man ganz normal auf den Google- oder Yahoo!-Login umgeleitet, wo man, wie beim normalen OpenID-Login auch, nur noch die Webseite, in unserm Beispiel also Plaxo, bestätigen muss. Fertig.
Man konnte sich also bei einem Service anmelden, ohne zuvor mit OpenID oder der Technik, die dazu gehört, vertraut zu sein. Der User benutzt zum Login nur dass, was er sowieso schon kennt: Einen Account und meiner Ansicht nach wird der Nutzer dies wohl eher einmal ausprobieren, als einen klassischen OpenID-Login, wo er nichts mit anfangen kann ohne zuvor lange Erklärungstexte zu gelesen zu haben.

Directed Identity ist demnach also eine Möglichkeit, den User an OpenID heranzuführen, ohne ihn zu überfordern, denn das OpenID-Icon und die Möglichkeit eines normalen OpenID-Logins sollte und ist natürlich immer gegeben neben den Account-Logins mit Google oder Yahoo!. Deswegen ist es meines Erachtens unerlässlich, dass sowohl die Provider, als natürlich auch die Clients, schnellst möglich OpenID 2.0 mit Directed Identity (und natürlich noch weiteren Neuerungen, wie z.B. Attribute Exchange 1.0) implementieren sollten, denn auch ich bin inzwischen zu der Meinung übergelaufen, dass es recht unwarscheinlich ist, dass der User auf einmal beginnen wird, sich URLs zu merken. Durch Directed Identity wird er aber einen Zugang zu OpenID finden, was dann vielleicht und hoffentlich in Zukunft weiter ausbaubar ist und sich dann schlußendlich auch durchsetzen wird.

Allerdings gibt es auch einen Kritikpunkt am ‘Anmelden mit Account’, der nicht zu unterschätzen ist: Die Platzherrschaft der Großen. Denn es könnte sehr schwer werden für OpenId-Provider wie xlogon und Co. sich durchzusetzen, wenn bei jedem OpenID-Login Google und Yahoo! zur Auswahl stehen. Denn warum sollte sich der User für einen eher unbekannten OpenID-Provider entscheiden, wenn er einfach und schnell auch seinen Google-Account, den er sowieso schon hat, zum Login benutzen kann. Es bleibt die kleine Hoffnung, dass der moderne Internetnutzer intelligent mit seinen Möglichkeiten umgeht und sich für solche, z.T. auch sensiblen Vorgänge und Daten die dort behandelt werden, eher einer Plattform anvertraut, die nicht schon alles andere für ihn tut und über ihn weiß.

Es ist im Computer drin

Genau das ist es eben nicht und aus diesem Grund bin ich zu der Entscheidung gekommen, die Sachen, die mir in meinem Web-Geek-Developer-Alltag so begegnen an diese Stelle auch für normal Sterbliche begreifbar zu machen. In den letzten Monaten bin ich mit vielen Dingen konfrontiert worden, bei denen ich dankbar gewesen wäre, es hätte jemanden gegeben, der es mir auf einer Abstraktionsebene erklärt hätte, die man auch verstehen kann, ohne sich tage- und wochenlang damit zu beschäftigen. Aber so war es nicht Ständig verbrachte ich viel Zeit damit schön langeweilige und trockene und vor allem stets englische Dokumentationen zu lesen. Aber muß ich tatsächlich erst das Manual lesen, um zu wissen, was eine OpenID ist, wofür OAuth da ist und wat genau wir und vor allem der User jetzt mit den ganzen schönen Dingen anfangen können. Klar, von mir als Entwicklerin ist es natürlich nicht zu viel verlangt, mich in diese technischen Dinge einzuarbeiten, dass sehe ich auch durchaus ein. Allerdings ist es glaub ich auch nicht zu viel verlangt, einen ersten, vollkommen simplen Einstieg in die Materie zu bekommen.

Aber Ihr wißt ja, wies is: Wenn man nicht alles selbst macht. Und deswegen werd ichs wohl selbst machen :)

Beginnen werde ich in den nächsten Tagen zunächst mit der Mutter des offenen Webs: Der OpenID. Ist den meisten warscheinlich schonmal begegnet und bestimmt wissen auch einige, was es ist, und was man damit machen kann. Aber ohne OpenID geht gar nix…also..packen wirs an…

Das spricht mir aus der Seele

Nach meinen erlebten Erlebnissen und zugegeben auch Enttäuschungen hat mir heute dieser Comic aus

der Seele gesprochen:

Skandal: Krümelmonster hat Keksverbot

Heute wurde meine Welt von einem skandalösen Erkenntnis erschüttert, die ihres Gleichen sucht: Das Krümelmonster darf schon seit einiger Zeit keine Kekse mehr fressen. Einige von Euch haben diese Ungeheuerlichkeit vielleicht schon mitbekommen, doch mir war das komplett neu. In den USA ernährt sich das Krümelmonster schon seit 2005 (in Deutschland dann ca. 2 Jahre später) von  Kohlrabi und Äpfeln und darf allenfalls mal einen Vollkornkeks zu sich nehmen. Begründung: die Kinder der heutigen Zeit werden zu dick und sollen eine gesunde Ernährung vorgelebt bekommen. Haalloooooo….das Krümelmonster…..??? Allein der Name wird mit dieser Aktion schon ad absurdum geführt.

Dies ist schon der dritte und auch wirklich schlimmste Anschlag auf meine Welt und ich protestierte hiermit aufs heftigste.

Ok, dass man mir mein Sandmänchen einfach gegen eine anderes austauscht kann ich ja vielleicht noch einsehen, denn auch die Ostdeutschen Kindheitserinnerungen haben ihre Daseinsberechnung.
Überraschungseier verbieten war dann eine Schnappsidee, die ein komischer Bayer (wer auch sonst) dieses Jahr hatte (ist aber inzwischen vom Tisch, die Eier bleiben).
Aber das Krümelmonster schlägt dem Faß den Boden aus.

Ist eigentlich niemand mehr in der Lage, sein Kind ohne fremde Hilfe zu erziehen? Ohne dass es sich verschluckt, zu dick wird oder gar vollkommen aggresiv durch die Gegend läuft, weil es mal wieder zu viel von äusseren (Medien)Reizen beeinflusst wurde?

Man mag sich gar nicht ausmalen, was als nächstes kommt. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Quelle: Wikipedia

Hingehen: Fotoausstellung in Frankfurt

Diese Woche findet in Frankfurt in der ccp-print-gallery in der Sophienstraße die Ausstellung Frankfurt I statt. Einer der drei Künstler, deren Werke dort ausgestellt werden, ist ein Freund von mir und bei der Entstehung einiger der ausgestellten Bilder konnte ich sogar persönlich mit Anwesenheit und (natürlich sinnvollen und guten) Ratschlägen glänzen :) . Wer sich also für schöne Fotos oder die etwas andere Perspektive von Frankfurt interessiert, sollte sich unbedingt dort hinbegeben. Auch bei Desinteresse lohnt es sich, denn laut Website wartet gekühlter Prosecco….

Natürlich nochmal schnell die Links:

Oliver Fluck – Photographie
CCPrint

snirgel studiert: (N)Onliner-Atlas und Gewalt in Medien

Endlich haben wir es schriftlich und schwarz auf weiß: Gewalt in Medien, speziell in Computerspielen und Horrorfilmen macht auch im realen Leben aggresiv. Da sich Kinder schon sehr früh mit aggresiven virtuellen Situationen auseinandersetzen werden sie regelrecht darauf konditioniert, auch in realen Konfliktsituationen gewalttätig zu handeln. Diese Erkenntnis verdanken wir der Uni Tübingen, die diese Woche den zweiten Teil der Studie

Gewalt in Medien und jugendliche Gewaltbereitschaft

herausbrachte. Damit wurde widerlegt, dass virtuelle Gewalt- und Aggressionssituationen die der realen Welt kompensieren.

Es war damit zu rechnen, dass nun ein Aufschrei durch die Nation geht und die ewige Wir-müssen-alle-Computerspiele-verbieten-und-uns-vom-Staat-vor-uns-selbst-schützen-lassen-Diskussion neu entfacht wird. Doch dem ist diesmal nicht ganz so. Diesmal geraten auch die Eltern und das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen unter Verdacht, nicht ganz unschuldig an der Gewaltbereitschaft ihres Nachwuches zu sein.

Womit wir auch schon beim Thema der zweiten Studie, der (N)Onliner-Atlas, sind. Diese von Microsoft in Auftrag gegebene Studie zur Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets hat zwar nicht direkt was mit Gewalt in Medien zu tun, zeigt aber auch ziemlich deutlich, dass viele Eltern einfach nicht wissen, was ihre Kinder den ganzen Tag so treiben. So kontrollieren nur 60% der befragten Eltern was ihr Kind vor dem Computer und im Internet eigentlich macht. Und sogar nur 33% geben zeitliche Regeln vor, wie lange ihr Kind vorm Rechner hängen darf. Damit wird wohl ziemlich deutlich, dass Kinder mit dargebotenen Inhalten schlichtweg alleine gelassen werden und das wirkt auf mich fast grob fahrlässig.

Dank den Diskussionen um diese beiden Studien scheinen mir endlich einige Bretter gesprengt und der Blick auf die Wirkung von Medien an Objektivität gewonnen zu haben. Wenn ein Kind ein stabiles soziales Umfeld hat und Eltern, die sich dafür interessieren was es tut und dazu noch in der Lage sind, klare Regeln zum Medienkonsum aufstellen, wird es auch in realen Konfliktsituationen vermutlich nicht direkt eine Knarre ziehen oder zuschlagen. Zudem kann es auf diese Art und Weise auch gleichzeitig vor Belästigungen und Gewalt von aussen geschützt werden, denn der Onkel Pädophil hat direkt weniger Chancen an mein Kind heranzukommen, wenn ich auch in der virtuellen Welt auf es aufpassen.

Natürlich ist diese Meinung sehr schwarz-weiss-malerisch, aber ich denke diese Sicht der Dinge bietet immernoch einen besseren Ansatz, als darauf zu warten, dass eine höhere Macht kommt und die Dinge in die Hand nimmt.

Auswahl Artikel zur Tübingen-Studie:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/virtuelle-aggression-bewirkt-reale/
http://www.konsumo.de/news/2442-Studie:-Killerspiele-sind-nicht-generell-sch%C3%A4dlich

(N)Onliner:
http://www.initiatived21.de/News-Detailansicht.181.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=1775&tx_ttnews[backPid]=132cHash=f50553ccae

snirgel rockt zu Johannes Kreidlers..

…”Song”, der, wie schon erwähnt, 70200 andere Musikstücke beinhaltet. Hier hab ich nun auch den Link zum Download gefunden:

Johannes Kreidler – product placements

Zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel in jedem Fall :)

snirgel lacht über studivz…

…und bedankt sich dafür bei boerseVZ. Danke, dass jemand dieser Albernheit von studiVZ entgegentritt und endlich ein paar Steuergelder für die wirklich wichtigen Dinge mißbraucht. Endlich ist studivz an den richtigen geraten, der Zeit und Muse hat sich diesem dämlichen Streit um das VZ zu widmen.

Hier die aktuellsten Infos bzgl. des Streits: studivz Abmahnung

snirgel gratuliert…

….Johannes Kreidler zu seiner Aktion: Ich packe 70200 andere Musikstücke in ein 33 Sekunden Sample und melde es dann alles bei der Gema an. Fantastische Aktion gegen das bestehende Urheberrecht. Er plant am 12.9.08 mit einem LKW bei der GEMA vorzufahren und die 70200 Antrags-Formulare abzugeben. Ich bin begeistert. Hier das Video:

Und hier noch der Artikel bei Nerdcore: Johannes Kreidlers Song aus 70200 Samples, den er bei der GEMA anmelden will

snirgel wundert sich…

…über den großen Aufschrei der gerade bezüglich der “Datendealer” durch die Nation geht. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Das Internet war mal wieder böse. Da war doch tatsächlich jemand so dreist und hat millionen Adress- und Kontodaten ohne das Mitwissen der Eigentümer für billig Geld weiterverkauft. Das virtuelle Datenschutzbüro spricht sogar von einer Eskalation des illegalen Datenhandels *palimpalim*.

In diese Sache möchte ich allerdings gerne auch hier auf das Henne-Ei-Problem hinweisen, denn wer ist jetzt als erstes Schuld: Diejenigen, die die Daten schön brav ins Netz gestellt haben oder diejenigen, die sie dann für ihre Zwecke missbraucht haben? Ha, ich weiss es: Der Staat, denn er hat für kein ausreichendes Gesetz gesorgt, welches uns vor unserer eigenen Dummheit beschützt. Aber nun ja, dass wird sich ja dann sicherlich bald ändern, dem Internet-Gott sei dank.

Anmerkung der Verfasserin: Es sei an dieser Stelle klargestellt, dass ich auf gar keinen Fall die Weitergabe privater Daten toll finde, allerdings finde ich auch, dass wir noch weit entfernt sind von einer Internet-kompetenten Nation (von Medienkompetenz wollen wir gar nicht erst anfangen).