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snirgel studiert: (N)Onliner-Atlas und Gewalt in Medien

Endlich haben wir es schriftlich und schwarz auf weiß: Gewalt in Medien, speziell in Computerspielen und Horrorfilmen macht auch im realen Leben aggresiv. Da sich Kinder schon sehr früh mit aggresiven virtuellen Situationen auseinandersetzen werden sie regelrecht darauf konditioniert, auch in realen Konfliktsituationen gewalttätig zu handeln. Diese Erkenntnis verdanken wir der Uni Tübingen, die diese Woche den zweiten Teil der Studie

Gewalt in Medien und jugendliche Gewaltbereitschaft

herausbrachte. Damit wurde widerlegt, dass virtuelle Gewalt- und Aggressionssituationen die der realen Welt kompensieren.

Es war damit zu rechnen, dass nun ein Aufschrei durch die Nation geht und die ewige Wir-müssen-alle-Computerspiele-verbieten-und-uns-vom-Staat-vor-uns-selbst-schützen-lassen-Diskussion neu entfacht wird. Doch dem ist diesmal nicht ganz so. Diesmal geraten auch die Eltern und das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen unter Verdacht, nicht ganz unschuldig an der Gewaltbereitschaft ihres Nachwuches zu sein.

Womit wir auch schon beim Thema der zweiten Studie, der (N)Onliner-Atlas, sind. Diese von Microsoft in Auftrag gegebene Studie zur Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets hat zwar nicht direkt was mit Gewalt in Medien zu tun, zeigt aber auch ziemlich deutlich, dass viele Eltern einfach nicht wissen, was ihre Kinder den ganzen Tag so treiben. So kontrollieren nur 60% der befragten Eltern was ihr Kind vor dem Computer und im Internet eigentlich macht. Und sogar nur 33% geben zeitliche Regeln vor, wie lange ihr Kind vorm Rechner hängen darf. Damit wird wohl ziemlich deutlich, dass Kinder mit dargebotenen Inhalten schlichtweg alleine gelassen werden und das wirkt auf mich fast grob fahrlässig.

Dank den Diskussionen um diese beiden Studien scheinen mir endlich einige Bretter gesprengt und der Blick auf die Wirkung von Medien an Objektivität gewonnen zu haben. Wenn ein Kind ein stabiles soziales Umfeld hat und Eltern, die sich dafür interessieren was es tut und dazu noch in der Lage sind, klare Regeln zum Medienkonsum aufstellen, wird es auch in realen Konfliktsituationen vermutlich nicht direkt eine Knarre ziehen oder zuschlagen. Zudem kann es auf diese Art und Weise auch gleichzeitig vor Belästigungen und Gewalt von aussen geschützt werden, denn der Onkel Pädophil hat direkt weniger Chancen an mein Kind heranzukommen, wenn ich auch in der virtuellen Welt auf es aufpassen.

Natürlich ist diese Meinung sehr schwarz-weiss-malerisch, aber ich denke diese Sicht der Dinge bietet immernoch einen besseren Ansatz, als darauf zu warten, dass eine höhere Macht kommt und die Dinge in die Hand nimmt.

Auswahl Artikel zur Tübingen-Studie:
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/virtuelle-aggression-bewirkt-reale/
http://www.konsumo.de/news/2442-Studie:-Killerspiele-sind-nicht-generell-sch%C3%A4dlich

(N)Onliner:
http://www.initiatived21.de/News-Detailansicht.181.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=1775&tx_ttnews[backPid]=132cHash=f50553ccae